Lost in translation

Guten morgen!

Ich dachte mir ich nutze diesen verschneiten Samstagmorgen um über Bücher weltweit zu schreiben.

Wie ihr wisst lese ich Bücher, die im Original in Englisch sind ausschließlich auf Englisch (sofern ich sie in die Finger kriege, was manchmal echt nicht einfach und teuer ist.)

Der Grund dafür ist folgender: Ich traue Übersetzern nicht. Das mag jetzt arrogant klingen, aber es gibt sehr viele Beispiele, wo etwas sowas von falsch übersetzt worden ist, dass ich nur mit dem Kopf schütteln konnte.

Eines meiner Lieblingsbeispiele ist das Buch von Jonathan Stroud „The Screaming Staircase“.  Vorweg: gelesen habe ich es nicht, aber im Deutschen haben sie den Titel mit „Die Seufzende Wendeltreppe“ übersetzt. Als ich das gesehen habe, habe ich direkt die Lust das Buch auf Deutsch zu lesen (ich habe es mal geschenkt bekommen) verloren.

Mein Punkt ist, dass jeder eine andere Auffassung der Sprache hat. Ich habe es, zugegebermaßen, gehasst Sachen im Englischunterricht zu übersetzen. Ich habe Dinge immer sehr wörtlich anstatt sinngemäß übersetzt, was meine Lehrerin wahnsinnig gemacht hat. Das Problem dabei ist immer, dass Leute, die z.B. nicht so erfahren mit der englischen Sprache sind bestimmte Phrasen, Sprichwörter etc. nicht verstehen und die dann eingedeutscht werden müssen. Was ich immer total schade finde.

Ein anderes Problem ist die Sprache an für sich. Besonders bei klassischen Romanen. Nehmen wir „Stolz und Vorurteil“. Meine Freundin hat eine billinguale Version und die ganze, wunderschöne Sprache der Regency Zeit geht in der Übersetzung verloren. Noch dazu kommt, dass die Übersetzer teilweise die Sprache nicht verstehen und es komplett falsch übersetzen, was wirklich schade ist (und das hat selbst meine Freundin, die nicht so gut Englisch kann gemerkt!).

Problematisch wird das Ganze nur, wenn die Bücher nicht im Original auf Englisch sind und es keine Übersetzung gibt.

Ich habe mich total in die Bücher von Hiro Arikawa („Library Wars“) verliebt, von denen es aber keine offiziellen Übersetzungen gibt und vermutlich niemals geben wird.

Was ich hier besonders schade finde ist, dass es rund um die Welt so viele gute Autoren gibt, aber fast ausschließlich nur europäische und amerikanische Bücher in andere Sprachen übersetzt werden. Asiatische wirklich, wirklich selten. Klar, es gibt Bücher von Haruki Murakami und anderen sehr bekannten Autoren. Aber diese Autoren sind sowas wie die Shakespeares, J.K. Rowlings und Jane Austens von Asien, bzw. Japan. Die kleineren, aber trotzdem im Herkunftsland bekannten Autoren werden selten übersetzt und das, wo manch Juwel unter ihnen zu finden ist.

Es macht mich traurig, wenn ich darüber nachdenke, wie viele gute Geschichten mir entgehen, nur weil ich die Sprache des Landes nicht beherrsche.

Deshalb fange ich ab nächster Woche an (endlich) privaten Japanisch Unterricht zu nehmen. Ich lerne zwar schon on und off seit Jahren Japanisch und ich kann einfache Dinge leicht verstehen und sprechen aber für Übersetzungen (die im Japanischen nochmal 10 Mal schwerer sind als in europäischen Sprachen) reicht es bei weitem nicht.

Ich wünschte der Buchmarkt würde mehr aufs Ausland sehen und sich in anderen Ländern informieren. Klar hat die Frankfurter Buchmesse regelmässig ein Gastland, aus dem Bücher übersetzt werden, aber es ist bei Langem nicht genug!

Ich wünsche euch einen schönen Samstag!

 

 

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