Review zu: Toshokan Sensou von Hiro Arikawa

Ich unterbreche die üblichen Reviews für etwas ganz besonderes:

Ein Review zu dem ersten Band der japanischen „Toshokan“ Buchreihe:

Die Reihe besteht aus vier Bänden, plus zwei Zusatzbänden über die Nebencharaktere:

Toshokan Sensou (aka Library War zu Deutsch etwa: Bibliotheken Krieg)
Toshokan Nairan (aka Library Schism zu Deutsch etwa: Bibliotheken Spaltung)
Toshokan Kiki (aka Library Crisis zu Deutsch etwa: Bibliotheken Krise)
und Toshokan Kakumei (aka Library Revolution zu Deutsch etwa: Bibliotheken Revolution)

Toshokan Sensou (zu Deutsch etwa: Bibliotheken Krieg) von Hiro Arikawa

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Erstveröffentlichung: Februar 2006

Zusammenfassung:

2019: In einer Welt, in der Medien, wie Bücher, Filme oder Manga von einer Organisation zum Schutz der Gesellschaft zensiert werden, haben die öffentlichen Bibliotheken eine militärische Armee gebildet, die einem einzigen Zweck bildet: Bücher zu verteidigen. Um die Rechte auf freie Ausdrucksäußerung und Informationsbeschaffung zu wahren und sicher zu stellen. Denn sobald Bücher, die auf der Zensierungsliste stehen in den Handel kommen werden die Buchläden gestürmt und geleert und die Bücher verbrannt.
Iku Kasahara, ein 22 jähriges Mädchen trat der Library Force bei, nachdem das letzte Buch ihrer Lieblingsbuchreihe in ihrer High School Zeit von einem Library Force Officer vor der Verbrennung bewahrt wurde. Seitdem sieht sie zu dem Officer, den sie ihren Prinz nennt und an dessen Gesicht sie sich nicht mehr erinnern kann, auf und möchte, wie er, die Bücher beschützen.

Mein Review:

Es gibt 2 Dinge, die mich an der Buchreihe besonders positiv überrascht haben:

1. Die Welt:
Die Gesetze und alternative Geschichte ist so gut ausgearbeitet, dass man denken könnte, das sie hier genau so passieren könnte. Sie erinnert stark an die Bücherverbrennungen im 2. Weltkrieg. Es werden Beispiele für die Zensierung angeführt, wie Morde, von Teenagern begangen, die Bücher mit Horrorelementen oder ähnlichem lesen. Es sind Beispiele, wie wir jeden Tag in den Medien lesen: Spiele, Filme, Bücher mit gewalttätigen Inhalt sind zu verbannen.

Das Library System ist zur Präventation dieser Zensierung aufgebaut und folgt eigenen Gesetzen, an die man durch die Bücher immer wieder erinnert wird. Dadurch wird menschliche Moral oft in Frage gestellt und das ist wirklich faszinierend.

2. Die Liebesgeschichte.
Kein japanisches Medium funktioniert ohne eine Liebesgeschichte, sei sie subtil oder offensichtlich. Oft sind diese over the top, aber Arikawa-sensei hat eine wunderbare Balance zwischen dem Militär-Setting und der langsam aufkeimenden Liebesgeschichte. Sie ist subtil, aber doch eindeutig genug und unglaublich romantisch. Wirkt sie am Anfang verklärt und kitschig, wird schnell klar, dass die Realität den Traum von Iku’s „Prinzen“ aus ihrer High School Zeit ablöst.
Die Dialoge sind meistens messerscharf und sehr inteligent und lustig, was das Buch sehr unterhaltsam und einfach nicht wegzulegen macht.

Was ich sehr wichtig finde ist, dass das Motto der Library Force ist: „Wir kämpfen nicht um des Kriegswillen, sondern um die Bücher zu beschützen.“ Deshalb wenden die Library Force ausschließlich Gewalt und vorallem Waffen ein, um sich und die Bücher zu verteidigen, niemals um selber anzugreifen.

Zu der Schreibweise kann ich nicht viel sagen, da ich eine englische Übersetzung gelesen habe. Aber das was man rauslesen konnte fand ich unerwartet schön (wenn man das Setting bedenkt) und wortgewand. Natürlich gehen einige Dinge in der Übersetzung unter, besonders, da die englische und japanische Sprache so weit voneinander entfernt sind. Für jemanden wie mich, der Erfahrung in Japanisch und der Kultur hat, ist es aber sehr einfach reinzukommen. Für alle anderen gab es in der Übersetzung Fußnoten, die einige Dinge erklären, mit denen man nicht so vertraut ist.

Eigentlich hasse ich ja Kriegsszenarien, deshalb spricht es umso mehr für dieses Buch, dass ich es so sehr liebe!

Was ich zudem hoch anrechne ist: Viele japanische Autoren sind sehr melodramatisch, wie etwa Naoko’s Lächeln. Oder handeln von schlechten Horrorszenarien.

Deshalb bin ich so begeistert, dass Arikawa-sensei relativ normale aber nicht langweilige Bücher schreibt.

Ich werde die drei weiteren Teile auf jeden Fall auch verschlingen und hoffe inständig, dass die Bücher irgendwann mal auf Englisch oder Deutsch publiziert werden, denn sie sind wirklich so gut und das Thema zeitlos.

Und da die Japaner sehr sorgfältig sind, gibt es 2 Mangareihen, eine Animeserie, ein Anime Special, ein Anime Film, ein real-life Film, ein real-life TV Special (das zwischen den Filmen spielt) und ein weiterer Film (der gerade in den japanischen Kinos läuft).

Ich linke euch hier mal die Trailer von den beiden Filmen!

Toshokan Sensou: Library Wars: The First Mission (Film #1)

Library Wars: Book of Memories (TV Special)


Toshokan Sensou: Library Wars: The Last Mission (Film #2)

Schönen Abend noch ❤

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